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Bericht Vereinsreise 2025 Sörenberg
«Wöukomme im Äntlibuech»
19 gut gelaunte Ladies erkundeten zwei Tage das Unesco Weltkulturerbe Biosphäre Entlebuch in Sörenberg.
Einigermassen ausgeschlafen bestiegen sie mit Köfferchen und Rucksäcken kurz nach 8 Uhr in Döttingen den Zug nach Zürich. Bettina und Inge verteilten Säckchen mit Schokoriegel und Bonbons und ein Wasser, denn die Reise dauerte doch fast drei Stunden. In Schüpfheim stiegen sie für die letzte Etappe ins Postauto, ein Extra-Bus nur für sie. Im Hotel Sörenberg gab es dann endlich den heiss ersehnten Kaffee und ein Gipfeli. Das grosse Gepäck wurde in einigen Zimmern, die schon bezugsbereit waren, deponiert.
Steinböcke im Wolken- und Nebelmeer
Man hat sich kurzfristig umentschieden, nicht mit dem Postauto zur Talstation der Rothorn-Seilbahn zu fahren, sondern zu laufen. Aber die angesagten gut 700 Meter war die Distanz zur falschen Talstation zur Rossweid. So dauerte der kurze Fussmarsch dann etwa 50 Minuten der Waldemme entlang. Die Luftseilbahn schwebte in wenigen Minuten ins Wolken- und Nebelmeer aufs Brienzer Rothorn auf 2350 m. ü. M. Im Selbstbedienungsrestaurant warteten sie hoffnungsvoll auf den wunderbaren 360° Panoramarundblick. Aber nur für Minuten lichtete sich der graue Vorhang für einen punktuellen Blick ins Tal. Aber genau deshalb war eine riesige Steinbockherde neben der Terrasse am Äsen und Verweilen. Für kurze Momente waren so bis zu 15 Tiere zu sehen. Ebenfalls entdeckten sie zwei Gämsen in der Geröllhalde. Wieder zurück im Tal ging es zu Fuss oder per Postauto zurück zum Hotel.
Gemütlicher Abend und leckeres Nachtessen
Um 18 Uhr trafen sich alle in Vereinskleidung zum Gruppenfoto vor dem Hotel. Das Nachtessen war sehr lecker und reichhaltig. In Grüppchen wurde noch gespielt bevor nach und nach alle in ihren Zimmern verschwanden. Ab 7.30 Uhr trafen sie sich wieder zum gemeinsamen Frühstück. Munter wurde wieder geplaudert und diskutiert, wer, wie geschlafen hat und wer um 6 Uhr vom Glockengebimmel wach wurde.
Moorgeflüster im Mooraculum auf der Rossweid
Kurz nach 9 Uhr machten sie sich auf zur heute richtigen Gondelstation Rossweid. Auf 1465 m. ü. M. trafen Sie Marie-Louise, welche die Turnerinnen während drei Stunden auf dem Sonnentauweg und dem grossen Moorrundweg fachkundig begleitete. Die Orchideen waren leider schon verblüht, aber Wollgras, Schwalbenwurz-Enzian und andere Pflanzen blühten noch. Sie zeigte ihnen die Blätter des fleischfressenden, klebrigen Sonnentaus und erklärte, dass die Pflanze mit den Wurzeln zu wenig Nährstoffe aufnehmen kann um zu überleben. Auf einer Moosfläche bekamen alle nasse Schuhe und manche sogar nasse Füsse. Das Moos war triefend nass. Marie-Louise erzählte, dass vor 2000 Jahren die indigenen Völker dieses Moos trockneten und als Windeln benutzen. Zudem gab sie zu bedenken, dass es nicht ratsam sei, die Leiche nach einem Verbrechen im Moor zu vergraben, denn die wird dort für tausende Jahre gut konserviert wie die «Dänische Moorleiche». Eigentlich sollte man mehr Zeit mitbringen, um alles hautnah zu erleben, aber das Mittagessen war bestellt.
Keine Sonne – kein Wunder, wenn die Teller nicht leer gegessen werden
Im Restaurant waren die Tische schon gedeckt und das Mittagessen wurde serviert. Zuerst ein grosser Menüsalat und dann ein gefüllter Teller mit Pastetchen, Pommes und Gemüse – wohl richtig für einen sehr hungrigen Handwerker. Nur Bettinas Teller ging leer zurück in die Küche. Das Essen war lecker, aber die Portion viel zu gross. 6 Frauen machten wohl darum die Wanderung zurück ins Tal und verzichteten auf die bequeme Gondelfahrt. Zurück beim Hotel, reichte es noch für ein Kartenspiel, bevor sie mit Sack und Pack zur Postautohaltestelle losmarschierten.
Riesengedränge auf der Heimfahrt
Schon im zusätzlich fahrenden Postauto mussten sie zusammenrücken und sich die Plätze mit anderen Fahrgästen teilen. So richtig eng wurde es dann in Luzern, als sich alle mühsam noch in den Zugwaggon 17 zwängten, wo für sie oben Plätze reserviert waren. Anfänglich war kein Durchkommen, denn alle Plätze waren besetzt und der Gang verstopft mit entgegenkommenden Reisenden. Nichts ging mehr. Frau für Frau quetschte sich an den anderen vorbei und bat, die reservierten Plätze zu räumen. Schlussendlich konnten sich alle setzten und mussten nicht im Gang oder auf der Treppe stehen bleiben. Ab Zürich wurde es wieder angenehmer. Die reservierten Plätze waren leer.
Die Sage vom Teufel und der Schrattenjungfrau
Silvia konnte den Kolleginnen die Sage «Der Fluch auf der Schrattenalp» vorlesen. Marie-Louise fehlte auf der Moorwanderung die Zeit dazu und überliess Silvia die kopierten Zettel. Sie wurde allerdings durch eine Zugdurchsage unterbrochen. Da sie auf der Reise alle brav waren, hatte der Teufel keinen Grund, die lieben Frauen zu bestrafen, sodass jede wohlbehalten wieder nach Hause kam. Bis zur nächsten Reise muss Susi ihre bereits gekauften neuen Schuhe noch einlaufen, denn die Alten haben einen Riss und taugen nicht mehr für nasses Wetter.
Ein riesiges Dankeschön
Alle Kolleginnen danken Bettina und Inge ganz herzlich für die wiederum perfekt organisierte, unvergesslich schöne Vereinsreise nach Sörenberg. Vor dem Heimgehen liessen die meisten den Abend im Bistro noch ausklingen, aber ohne «Znacht», denn die Bäuche waren vom Mittagessen noch gefüllt.
Bericht: Silvia Kaiser



